Ch’ahom
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Die deutsche Black-/Death-Metal-Kultband Ch’ahom opfert ihr zweites Album „Anthropic Rites of Sublimation“ auf dem Opferaltar – ein Konzeptalbum, das in einer fiktiven Welt spielt, die von den Ritualen, der Kunst und der Architektur vorspanischer Kulturen inspiriert ist. Anknüpfend an ihre EP „Ts’ono’ot“ entfaltet sich die Geschichte um eine Cenote von unvorstellbaren Ausmaßen, deren kosmischer Ruf die Verlorenen und Unsicheren zur Selbstaufopferung treibt. Vier Zivilisationen erheben sich an ihrem Rand, wobei jede ihre eigenen Riten, Hierarchien und Monumente entwickelt, um den tödlichen Ruf des Abgrunds in eine Grundlage für kollektives Dasein zu verwandeln. Ch’ahom verleiht dieser imaginären Welt Gestalt durch höhlenartigen Death Metal, bestialische Ausbrüche und fieberhaft progressive Strukturen. Wilde Riffs winden sich durch erstickende Kammern rhythmischer Beschwörungen, während uralte Instrumentierung aus dem Tumult hervortritt wie Echos in einem verschütteten Tempel. „Anthropic ‚Rites of Sublimation‘“ bewegt sich wie die Cenote selbst und zieht den Hörer durch ein ekstatisches und sich immer weiter vertiefendes Gefühl des Unbekannten nach innen. Inspiriert von einer bewusst wörtlichen Interpretation des Todestriebs und seiner Sublimierung untersucht Ch’ahom Kultur als Antwort auf ein unwiderstehliches Verlangen nach Selbstauslöschung. Verstümmelung, stellvertretendes Opfer, Versklavung und freiwillige Hingabe werden zu den Grundlagen konkurrierender Gesellschaften, die auf das regelmäßige Öffnen der Cenote warten. Ch’ahom verwandelt diese düstere Fiktion in ein gewaltiges Klangritual und porträtiert die Menschheit durch ihren erschreckenden Einfallsreichtum: Sie schafft Glauben, Schönheit und ganze Zivilisationen am Rande der Vernichtung.